Pausen und Regeneration

Deload-Woche: was sie ist, wann du sie brauchst und wie du sie einlegst

Eine Deload-Woche, auch Entlastungswoche genannt, ist eine geplante Woche mit leichterem Training: weniger Sätze, weniger Gewicht oder beides. Du trainierst weiter, also bleiben Rhythmus und Technik erhalten. Dein Körper bekommt trotzdem eine Pause von den harten Sätzen, und du startest erholt in den nächsten Trainingsblock. Wer Deloads einplant, nimmt sich in der Regel alle 4 bis 6 Wochen etwa eine Woche dafür, oder dann, wenn die Kraftwerte stagnieren. In deinen ersten Monaten im Gym kannst du meist darauf verzichten.

Von Gym Commitment · Aktualisiert im · 6 Min. Lesezeit

Die Deload-Woche auf einen Blick

FrageAntwort
Was ist das?Eine leichtere Trainingswoche, keine Woche Pause
Wie oft?Etwa alle 4 bis 6 Wochen oder wenn deine Werte stagnieren
Wie lange?Etwa 5 bis 7 Tage
Was reduzierst du?Ein Drittel bis die Hälfte deiner Sätze, dazu etwas Gewicht oder Anstrengung
Was bleibt gleich?Deine Trainingstage und deine Übungen
Wer braucht das?Wer seit Monaten hart trainiert, Anfänger nur selten

Ein Deload ist eine leichtere Woche, keine verlorene: Du bleibst im Rhythmus und kommst frischer zurück.

Was ein Deload ist und was nicht

2023 einigte sich eine Expertengruppe aus Kraftsport- und Bodybuilding-Coaches auf eine Definition. Demnach ist ein Deload eine Phase mit leichterem Training. Sie soll körperliche und mentale Ermüdung abbauen, die Erholung fördern und dich auf den nächsten Trainingsblock vorbereiten [1].

Eine Deload-Phase heißt aber nicht, eine Woche auszusetzen. Du trainierst an deinen gewohnten Tagen weiter, mit denselben Übungen. Coaches und Wettkampfathleten drehen dabei alle an denselben Stellschrauben: weniger Sätze, weniger Wiederholungen pro Satz, weniger Gewicht und Sätze, die weiter vor dem Muskelversagen enden [2][3].

Wie oft ein Deload fällig ist und woran du es merkst

In einer Interviewstudie planten die befragten Coaches meist alle 4 bis 6 Wochen einen Deload ein, jeweils für 5 bis 7 Tage [2]. In einer Umfrage unter 246 Wettkampfathleten dauerte ein Deload im Schnitt knapp eine Woche und stand etwa alle 5 bis 6 Wochen an. Viele schoben außerdem einen ein, wenn ihre Kraftwerte stagnierten oder Muskelkater und Gelenkschmerzen zunahmen [3].

Diese Anzeichen sprechen für einen Deload:

  • Deine Kraftwerte stagnieren. Du hängst seit zwei Wochen oder länger bei denselben Gewichten und Wiederholungen fest oder wirst sogar schwächer, obwohl du gut schläfst.
  • Alles fühlt sich schwer an. Schon die Aufwärmgewichte kommen dir vor wie Arbeitssätze.
  • Deine Gelenke schmerzen, und das Aufwärmen hilft nicht. Stechende, neue oder stärker werdende Schmerzen sind ein Fall für Arzt oder Physiotherapie, nicht für eine leichtere Woche.
  • Du schleppst dich ins Gym. Schon seit mehreren Trainings in Folge ist deine Motivation im Keller.

In deinen ersten Monaten, solange du in den meisten Wochen noch mehr Gewicht auflegst, kannst du geplante Deloads normalerweise weglassen. Leg eine leichtere Woche ein, wenn du sie brauchst, etwa nach ein paar Nächten mit schlechtem Schlaf.

So legst du eine Deload-Woche ein

  1. Behalte deine Trainingstage und Übungen bei: dein gewohntes Split-Training, nur leichter.
  2. Streiche ein Drittel bis die Hälfte deiner Sätze: Aus vier Sätzen werden zwei oder drei.
  3. Mach mit demselben Gewicht weniger Wiederholungen pro Satz, oder nimm etwa 10 % runter und bleib bei deiner Wiederholungszahl. Beende in beiden Fällen jeden Satz mit mindestens 3 Wiederholungen in Reserve.
  4. Lass die harten Extras weg: keine Sätze bis zum Muskelversagen, keine Jagd auf neue Bestleistungen.
  5. Steig in der Woche danach wieder in deinen normalen Plan ein, mit denselben Gewichten wie vor dem Deload.

Beispiel für eine Deload-Woche

So sieht das mit vier Grundübungen aus: ein Drittel bis die Hälfte weniger Sätze und etwa 10 % weniger Gewicht.

ÜbungNormale WocheDeload-Woche
Kniebeuge4 × 6 mit 100 kg2 × 6 mit 90 kg
Bankdrücken4 × 8 mit 70 kg2 × 8 mit 62,5 kg
Rumänisches Kreuzheben3 × 10 mit 80 kg2 × 10 mit 72,5 kg
Latzug3 × 12 mit 55 kg2 × 12 mit 50 kg

Was die Forschung zum Deload sagt

Eine Woche Pause kostete keine Muskeln

In einer Studie von 2024 folgten trainierte Männer und Frauen einem 9-wöchigen Plan. Die eine Gruppe setzte zur Halbzeit eine volle Woche aus, die andere trainierte durch. Beide bauten ähnlich viel Beinmuskulatur auf. Bei der Beinkraft legte die Gruppe ohne Pause aber etwas mehr zu [4].

Bei Anfängern bremsten Pausen den langfristigen Fortschritt nicht

In einer älteren Studie machten 14 untrainierte Männer 24 Wochen lang dreimal pro Woche Bankdrücken. Die eine Gruppe trainierte ohne Unterbrechung, die andere in Blöcken von 6 Wochen mit jeweils 3 Wochen Pause dazwischen. Nach 6 Monaten hatten beide Gruppen ähnlich viel Muskulatur an Brust und Trizeps aufgebaut, und auch bei der Kraft lagen sie gleichauf [5].

Eine leichtere Woche kostet dich also wahrscheinlich keine Muskeln. Die Studienlage zum Deload ist allerdings noch dünn: Das meiste, was wir wissen, stammt aus der Praxis von Coaches und Athleten, nicht aus kontrollierten Versuchen. Sieh den Deload als Mittel, um Ermüdung in den Griff zu bekommen, nicht als feste Regel.

Erkenne dein Plateau in der App

In Gym Commitment hat jede Übung ihr eigenes Diagramm, so siehst du die Woche, in der die Linie nicht mehr steigt. Weil die Zahlen vom letzten Mal schon in jedem Satz stehen, kannst du stagnierende oder sinkende Wiederholungen kaum übersehen. In der Deload-Woche trägst du die leichteren Sätze ganz normal ein. Oder bitte dein eigenes Claude oder ChatGPT, eine Deload-Woche in deinen Plan einzubauen: Der Plan landet direkt in der App.

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Häufige Fragen zur Deload-Woche

Was bedeutet Deload?

Deload kommt aus dem Englischen und heißt so viel wie Entlastung. Gemeint ist eine geplante Woche mit leichterem Training, also weniger Sätze, weniger Gewicht oder beides. Eine Trainingspause ist das nicht.

Wie oft sollte ich einen Deload einlegen?

Coaches und Wettkampfathleten legen in der Regel etwa alle 4 bis 6 Wochen einen ein, viele zusätzlich dann, wenn der Fortschritt stagniert. Solange du in den meisten Wochen noch mehr Gewicht schaffst, kannst du damit warten.

Wie lange dauert ein Deload?

Meist etwa eine Woche, also 5 bis 7 Tage. So planen es die Coaches in einer Interviewstudie, und in einer Umfrage unter Wettkampfathleten dauerte ein Deload im Schnitt knapp eine Woche.

Ist eine Deload-Woche dasselbe wie eine Woche Pause?

Nein. Du trainierst an deinen gewohnten Tagen weiter, nur mit weniger Sätzen und weniger Anstrengung. Eine komplette Woche Pause ab und zu kostet dich wahrscheinlich keine Muskeln, auch wenn in einer Studie die Gruppe mit Pause etwas weniger Beinkraft dazugewann. Mit einem Deload bleibst du im Rhythmus.

Verliere ich in einer Deload-Woche Muskeln?

Unwahrscheinlich. In einer Studie schmälerte eine volle Woche Pause den Muskelzuwachs am Ende nicht. Bei Anfängern taten das in einer zweiten Studie nicht einmal wiederholte Pausen von 3 Wochen. Ein Deload ist ein kleinerer Einschnitt als beides, denn du trainierst ja weiter.

Brauchen Anfänger einen Deload?

In den ersten Monaten in der Regel nicht, solange du in den meisten Wochen noch mehr Gewicht auflegst. Leg eine leichtere Woche ein, wenn du dich ausgelaugt fühlst.

Quellen (auf Englisch)

  1. Bell L, Strafford BW, Coleman M, Androulakis Korakakis P, Nolan D. Integrating deloading into strength and physique sports training programmes: an international Delphi consensus approach. Sports Medicine - Open. 2023;9(1):87. https://doi.org/10.1186/s40798-023-00633-0
  2. Bell L, Nolan D, Immonen V, Helms E, Dallamore J, Wolf M, et al. “You can’t shoot another bullet until you’ve reloaded the gun”: coaches’ perceptions, practices and experiences of deloading in strength and physique sports. Frontiers in Sports and Active Living. 2022;4:1073223. https://doi.org/10.3389/fspor.2022.1073223
  3. Rogerson D, Nolan D, Androulakis Korakakis P, Immonen V, Wolf M, Bell L. Deloading practices in strength and physique sports: a cross-sectional survey. Sports Medicine - Open. 2024;10(1):26. https://doi.org/10.1186/s40798-024-00691-y
  4. Coleman M, Burke R, Augustin F, Piñero A, Maldonado J, Fisher JP, et al. Gaining more from doing less? The effects of a one-week deload period during supervised resistance training on muscular adaptations. PeerJ. 2024;12:e16777. https://doi.org/10.7717/peerj.16777
  5. Ogasawara R, Yasuda T, Ishii N, Abe T. Comparison of muscle hypertrophy following 6-month of continuous and periodic strength training. European Journal of Applied Physiology. 2013;113(4):975–985. https://doi.org/10.1007/s00421-012-2511-9

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